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Buchs im Bauerngarten

Vorname/Name
Kathrin Scheidegger
Jahrgang
1963
PLZ/Ort
3456 Trachselwald
Kurzbeschrieb
In den Emmentaler Bauergärten gibt es seit je her buchsbaumeingefasste Gemüse- und Blumenbeete. Der Buchsbaum verschwindet zunehmend in den Bauerngärten im Emmental. Krankheiten und Schädlinge, insbesondere der aus Ostasien eingeschleppte Buchbaumzünsler, müssen permanent bekämpft werden. Der Aufwand dafür ist gross und so wir die über 200 Jahre alte Kulturgeschichte früher oder später verloren gehen.
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Text

Buchsbaumgefasste Beete sind seit je her ein charakteristisches Merkmal der traditionellen Bauerngären im Emmental.

Diese kunstvoll angelegten Gärten verbinden Zier- und Gemüsepflanzen.

Die Geschichte zeigt, dass es früher die Selbstversorgung ein zentraler Punkt war und der Garten zeigte auch allen, die daran vorbeigingen, was die Frau leistet. Der Garten war das Schaustück, das Aushängeschild der Bäuerin. Eine gute Mischung zwischen Blumen und Gemüsepflanzen war jeder Bäuerin wichtig. Teilweise wurde sogar gewetteifert, wer den schöneren Garten hatte.

Schon 1834 wurden in einem Lehrbuch für die Landwirtschaft Empfehlungen zum Anlegen eines Bauergartens beschrieben.

Eine der Regeln war, dass die Hauptachse des Gartens gegenüber der Haustüre des Bauerhauses stehen sollte.

Die Beete sollen mit Buchsornamenten eingefasst werden, welche an die romanischen Kreuzgänge von alten Klöstern erinnern – ein klassischer, symmetrischer Grundriss.

Oder es wurde ein hufeisenförmiges Ornament im Garten gebildet, das wie ein Spiegelbild der „Ründi“ vom Bauerhaus wirkte.

Früher erzählten alte Leute, dass die Idee für das Anlegen der Gärten aus Frankreich stamme. Junge Burschen aus dem Emmental hätten in der Fremde bei den französischen Königen gedient und dort die Inspiration aus den Schlossgärten (z.B. Versailles) mit nach Hause gebracht. Ob dies stimmt oder ob sich man sich eher an den Klostergärten orientierte, ich kann diese Frage nicht beantworten.

Leider verschwinden diese traditionellen Buchseinfassungen zunehmend aus den Bauerngärten im Emmental.

Pilzbefall (Buchstriebsterben) und der aus Ostasien eingeschleppter Buchsbaumzünsler fügen dem Buchsbestand massive Schäden zu.

Einen kleinen Hoffnungsschimmer gibt es. Einige heimische Vogelarten (z.B. Spatzen oder Meisen) haben ihren Speiseplan angepasst und fressen nun auch Zünslerraupen. Obwohl Vögel eine Hilfe sind, reichen sie bei einem starken Befall alleine nicht aus.

Ohne grossem Aufwand mit regelmässigem Spritzen während dem Sommer kann der Erhalt des Buchses nicht mehr gewährleistet werden. Pro Sommer gibt es ungefähr 4 bis 5 Populationen, welche auftreten können. Der Spritzaufwand in meinem Garten beträgt 4–5-mal pro Saison ungefähr 2 Stunden. Allerdings bin ich gut ausgerüstet, ich habe eine Rückspritze mit Akku. Neben den Spritzen braucht es ständige Kontrollen, ob wieder Zünsler am Werk sind.

Es gibt zwar Alternativen, mit welchem der Buchs ersetzt werden kann. Eignen würde sich Eibe oder japanische Stechpalme. Sie sehen ähnlich aus und können auch geschnitten werden. Jedoch ist der Ersatz mit hohen Kosten verbunden, so dass die Bäuerinnen oft entscheiden, die Beeteinfassungen ganz zu entfernen.
Mit dem Entfernen des Buchses werden die Gartenbeete nun oft auch anderes angelegt und anders genutzt.

Die über 200 Jahre alte Kulturgeschichte in den Emmentaler Bauerngärten wird früher oder später leider verloren gehen.

Ich selber habe einen wunderschönen Buchsgarten, welchen ich mit grossem Aufwand erhalten möchte. Nun habe ich die Aufgabe meiner Schwiegertochter übergeben, unterstütze sie aber weiterhin in der Arbeit mit dem Buchs.

Herkunft des Wissens

Überlieferung, eigene Erfahrungen, teilweise Internet

Nutzen des Wissens
aktiv / inaktiv

In meinem ehemaligen Garten. Das Wissen kann ich an meine Schwiegertochter weitergeben.

Bilder

Bauernhaus mit Garten in Trachselwald

Typische Buchsornamente, in der Mitte gegenüber dem Hauseingang

Symmetrisch angelegtes Zentrum des Gartens

Luftansicht

U du, weisch no meh?

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