23.06.2026

Auf Wissenssuche an der OGA

Neun Tage lang war «spychere!» an der OGA in Langnau präsent. Gemeinsam mit den Co-Forschenden kamen wir mit zahlreichen Menschen ins Gespräch, sammelten Geschichten, Erinnerungen und Beobachtungen – und entdeckten dabei immer wieder neues lokales Wissen.

Zwischen Marktständen, Festwirtschaft und Begegnungen wurde an der OGA eines schnell deutlich: Lokales Wissen ist überall. Man muss nur danach suchen. Vom 12. bis 20. Juni war «spychere!» mit einem Stand an der OGA in Langnau vertreten. Gemeinsam mit den Co-Forschenden stellte das Projektteam den e-spycher vor, beantwortete Fragen und lud die Besucherinnen und Besucher ein, ihr Wissen aus dem Emmental zu teilen.

Dabei zeigte sich einmal mehr, wie beiläufig lokales Wissen oft auftaucht. Viele Gespräche begannen mit einer einfachen Erinnerung oder einer alltäglichen Beobachtung. Und plötzlich war sie da – eine Geschichte, ein Begriff oder eine Erfahrung, die man nicht in Büchern findet.

So entstand beispielsweise ein Wissensbeitrag zum «Güferli-Muni». So wird im Emmental vielerorts der Besamer bezeichnet, der mit seinem Koffer – dem «Güferli» – auf die Höfe kommt, um Kühe künstlich zu besamen.
Auch Erinnerungen an frühere Arbeitsweisen wurden geteilt. Etwa an die «Heinzä», dreibeinige Holzgestelle, auf denen frisch gemähtes Gras vor der Einführung der Heubelüftung getrocknet wurde.
Andere Beiträge führten weit in die Vergangenheit zurück. So erzählten Besucher:innen vom «Wildsau-Chehr» unterhalb der Äugstern oder von einem Steinadler, der 1923 bei Obeningohl in Langnau geschossen und anschliessend für die Sammlung der Langnauer Sekundarschule präpariert wurde.

Genau solche Geschichten suchen wir. Sie zeigen, wie vielfältig lokales Wissen sein kann – und wie viel davon in Erinnerungen, Erzählungen und persönlichen Erfahrungen steckt.
Die OGA war für «spychere!» ein voller Erfolg. Dank der vielen Begegnungen konnten zahlreiche neue Wissensbeiträge gesammelt werden. Mittlerweile umfasst der e-spycher bereits beinahe 80 Einträge – und wächst mit jeder neuen Geschichte weiter. Ein herzliches Dankeschön an alle Besucherinnen und Besucher, die ihr Wissen mit uns geteilt haben, und an die Co-Forschenden, die während der OGA im Einsatz waren.

Der Spycher füllt sich – wir freuen uns auf deine Geschichten und dein Wissen!