16.07.2026

Lokales Wissen zwischen Marktständen

Am 15. Juli war «spychere!» am Langnau-Märit zu Gast. Trotz regnerischem Wetter kamen viele Interessierte am Stand vorbei. Dabei zeigte sich einmal mehr: Lokales Wissen findet sich oft erst im gemeinsamen Gespräch.

Regen gehört zu einem Märit manchmal einfach dazu. Davon liessen sich die Besucherinnen und Besucher am 15. Juli jedoch nicht abhalten. Am Stand von «spychere!» blieb immer wieder Zeit für längere Gespräche – und genau das machte den Aktionstag besonders wertvoll. Viele Menschen kannten das Projekt bereits. Sie hatten die Plakate in der Region gesehen, waren auf den e-spycher aufmerksam geworden oder hatten bereits in den Medien davon gehört. Einige kamen gezielt an den Stand, um mehr über das Projekt zu erfahren.

Gemeinsam mit den Co-Forschenden sammelte das Museumsteam neue Wissensbeiträge für den e-spycher. Dabei bestätigte sich einmal mehr eine Erfahrung, die wir bereits an der OGA gemacht hatten: Die meisten Menschen erzählen sehr gerne. Oft braucht es nur einen kleinen Anstoss – ein Plakat, einen Bierdeckel oder einen bereits vorhandenen Wissensbeitrag – und schon entwickelt sich ein Gespräch. Dabei entsteht häufig mehr Wissen, als zunächst erwartet. Was für die eine Person ganz selbstverständlich ist, ist für andere eine spannende Geschichte oder ein wertvoller Einblick ins Emmental.

(Die beiden Co-Forschenden Andreas Eggimann und Kathrin Scheidegger im Einsatz)

«Plötzlich sprudelte es bei einem Besucher. Ich konnte fast nicht alles aufschreiben, so viel Wissen kam auf einmal», erzählt Co-Forscher Andreas Eggimann. «Es ist spannend, mit den Menschen ins Gespräch zu kommen und zu sehen, welche Geschichten dabei entstehen.»

Auffällig war auch: Die meisten Menschen möchten ihre Geschichten lieber erzählen, als sie selbst aufzuschreiben. Deshalb übernehmen die Co-Forschenden und das Museumsteam das Erfassen der Beiträge im e-spycher. Einige Besucherinnen und Besucher nahmen Unterlagen mit nach Hause – mit dem Versprechen, später noch weiteres Wissen beizusteuern.

Der Langnau-Märit hat einmal mehr gezeigt: Lokales Wissen lässt sich nicht einfach abholen. Es entsteht im Gespräch. Und oft genügt eine kleine Frage, damit Erinnerungen und Geschichten plötzlich wieder präsent sind.