ES_0173
Hochzeitsbrauch
Vorname/Name
Ulrich Zwahlen
Jahrgang
1951
PLZ/Ort
3326 Krauchthal
Kurzbeschrieb
Das Museum Krauchthal besitzt einen Mörser aus dem 17./18. Jahrhundert, der später für den Hochzeitsbrauch der «Mordschläpfe» verwendet wurde. Freunde des Bräutigams liessen am Vorabend der Hochzeit mit Schwarzpulver laute Schüsse ertönen. Der Brauch wurde in den 1960er-Jahren wegen wiederholter Unfälle verboten. Bei Knausrigkeit oder Unbeliebtheit gab es stattdessen die «Söigige».
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Text
Das Museum Krauchthal besitzt einen Mörser (13.6 kg). Er stammt wahrscheinlich aus dem 17./18. Jahrhundert und wurde später für einen alten Hochzeitsbrauch verwendet: Die Kollegen oder Freunde des Bräutigams schossen ihm zum Abschied aus dem Junggesellenleben am Vorabend der Hochzeit einige „Mordschläpfe.“
Dazu wurde der Mörser mit Zündschnur – Zeitungspapier – Schwarzpulver – Zeitungspapier – Sand/Erde und einem Hartholzzapfen geladen und verschlossen. Mit der Zündschnur wurde die Ladung auf freiem Feld zur Explosion gebracht! Je mehr und lautere Schüsse, desto angesehener der Bräutigam!
Dieser revanchierte sich mit einem währschaften Imbiss oder Bargeld.
Das Schiessen oder der Lärm allgemein sollte ursprünglich wohl böse Geister vertreiben. In den 1960er Jahren wurde bei uns der Brauch verboten, da immer
wieder Unfälle vorkamen. Ausnahmen konnte der Regierungsstatthalter bewilligen. Zeigte sich der Bräutigam knauserig oder waren er oder die Braut eine
unbeliebte Person, dann wurde die „Söigige“ gespielt. Auf einem tannenen Brett schob man eine Backmulde hin und her, was einen „wüsten Ton“
erzeugte, der weit herum zu hören war. Man nannte dieses Tun „multne“.
Herkunft des Wissens
Der Mörser gehörte Familie Kobel in Hettiswil. Walter Kobel (1931 – 2011) erzählte diesen Brach aus eigenem Erleben.
Nutzen des Wissens
aktiv / inaktiv




