
ES_0192
Erste Apotheke
Vorname/Name
Gudrun Utzinger
Jahrgang
1948
PLZ/Ort
3550 Langnau
Kurzbeschrieb
Peter Mosimann (1797–1875) wuchs als Verdingbub auf und erlernte bei seinem Stiefvater, einem Tierarzt, den Umgang mit Heilkräutern. Mit viel Neugier und Experimentierfreude entwickelte er eigene Heilmittel und hatte damit grossen Erfolg. 1847 eröffnete er im Mosimann-Haus an der Bernstrasse die erste öffentliche Apotheke Langnaus. Im ehemaligen Labor, der «Kapelle», erinnern Abzugslöcher, Mörser, Flaschen und Waage an seine Arbeit. Der historische Ladentisch dient heute als Tresen im Bioladen «Pfifouter».
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Text
Vor rund zweihundert Jahren baute Peter Moismann das sogenannten Mosimann-Haus an der Bernstrasse und eröffnete darin 1847 die erste Apotheke.
Peter Mosimann (1797-1875) stammte nicht aus reichen Verhältnissen. Nach dem Tod seines Vaters wuchs er als Verdingbub auf. Als seine Mutter wieder heiratete, konnte er die Schulen in Langnau besuchen und ging anschliessend zu seinem Stiefvater Peter Habegger, einem Tierarzt, in die Lehre. Bei ihm lernte er Kräuter pulverisieren und destillieren. Der Junge notierte sich alles und begann schon früh zu experimentieren. In Bern besuchte er Vorlesungen über die Pharmazie. Dafür musste er über acht Stunden zu Fuss gehen.
Nach seiner Ausbildung konzentrierte er sich auf sein Lieblingsgebiet, die Herstellung von Heilmitteln. Damit hatte er grossen Erfolg, so dass er sich an der Bernstrasse ein Haus mit viel Land bauen konnte. Mit fünfzig Jahren erhielt er die Erlaubnis, eine öffentliche Apotheke zu eröffnen. Dafür verlängerte er sein Haus um zwei Fenster und eine zusätzliche Eingangstüre.
Im Erdgeschoss des Mosimann-Hauses ist das Labor, die sogenannte Kapelle, zu sehen. Hier experimentierte Peter Mosimann und stellte seine Arzneimittel her. Beispielsweise das «Enzianwasser», einen Verdauungsschnaps. Der Raum wird heute als Waschküche und Badezimmer benutzt. Die Abzugslöcher für die giften Gase in der Rückwand und die tiefe Decke haben die Besitzer stehen lassen. Ebenfalls die Waage, Flaschen und Mörser bewahren sie auf. Der Ladentisch mit seinen vielen lateinisch beschrifteten Schubladen dient als Tresen im Bioladen «Pfifouter».
Herkunft des Wissens
Aus Erzählungen innerhalb der Familie. Aus den Aufzeichnungen von Peter Mosimann. Aus dem Buch von Martha Meyer-Salzmann «Frühe Medizin in der Schweiz»
Nutzen des Wissens
aktiv / inaktiv
Ich erzähle es meinen Grosskindern und anderen Interessierten weiter.










