ES_0185

Nutztiere und Blähungen

Vorname/Name
Elena
Jahrgang
2004
PLZ/Ort
3556 Trub
Kurzbeschrieb

Blähungen bei Nutztieren entstehen, wenn sich zu viel Gas im Pansen ansammelt, etwa wenn hungrige Tiere gierig frisches Gras fressen. Bei der Schaumpansenblähung bildet sich zusätzlich Schaum. Kann das Gas nicht entweichen, kann der Druck lebensgefährlich werden. In schweren Fällen muss das Gas durch einen Schlauch oder einen Eingriff mit dem Trokar abgelassen werden. Das sogenannte «Stechen» kann im Notfall das Leben des Tieres retten.

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Wie kommt es überhaupt zu Blähungen bei Nutztieren? Zum Beispiel wenn die Tiere hungrig auf eine neue Weide mit viel frischem Futter kommen. Dabei essen sie so gierig dass sie viel Luft schlucken. Im Herbst wird das Luftschlucken von der Bise, noch zusätzlich verstärkt. Irgendwann ist im Magen dann zu viel Luft, welche nichtmehr durch Rülpsen entweichen kann und so kommt es zu Blähungen. Wenn man bei einer akuten Blähung nichts macht kann das Tier ersticken oder einen Kreislaufkollaps erleiden. Bei kleineren Nutztieren hilft es bei Blähungen oft schon, wenn man sie auf die beiden Hinterbeine stellt, so kann die Luft schon besser entweichen. Bei grösseren Tieren ist dies allerdings schwieriger.

Es gibt zwei Arten von Blähungen.
1: Die Schaumblähung, auch Schaumpansenblähung genannt.
Der Pansen ist bei Wiederkäuern einer von vier Mägen. Bei dieser Blähung bildet sich im Pansen neben der Luft, zusätzlich auch Schaum. Dies durch bestimmte Inhaltsstoffe in jungen, saftigen Gräsern wie Klee oder Luzerne, welche durch eine chemische Reaktion im Magen zu Schaum werden. Den Schaum bringt man noch schlechter aus dem Magen als die Luft selbst. Früher hat man der Schaumblähung entgegengewirkt indem man den Tieren vorbeugend Lebertran (Öl aus Fisch) gab, dies gilt heute jedoch als veraltet. Heute gibt es bessere Alternativen, die den Schaum zersetzen. Wirklich wichtig um eine Schaumblähung vorzubeugen ist, dass man Tiere nie hungrig auf die Weide lässt, vor allem nicht auf eine Weide mit viel Klee und Luzerne. Zudem sollte man Tiere nie bei Nässe oder Frost auf die Weide lassen. Die Pflanzenzellen des nassen und gefrorenen Grases brechen im Magen sofort auf und die schaumbildenden Proteinen darin werden sofort freigesetzt.

2: Dann gibt es noch die „normale“ Blähung, auch Pansenblähung genannt. Bei dieser Blähung bildet sich nur Luft und kein Schaum im Magen. Wenn ein Nutztier nun eine Pansenblähung hat, probiert man es zunächst in Bewegung zu halten. Das aktiviert den Körper und führt im besten Fall dazu, dass die Luft durch Rülpsen doch noch entweichen kann. Wenn dies nichts nützt sollte das Tier weiterhin stehen bleiben. Falls es abliegt ist dies ein schlechtes Zeichen. In diesem Fall darf man es auf keinen Fall in der Seitenlage liegen lassen, denn so drückt der riesige Pansen das Zwerchfell und die Lunge ab, was zur schnellen Erstickung führen kann. Als nächstes steckt man dem Tier einen Schlauch durch den Mund in den Magen (Schlundsonde) So kann die Luft durch den Schlauch im besten Fall aus dem Magen entweichen. Von da komme der Begriff «Ä Chuä schluchä». Vielleicht auch ausdrücke wie „I bi gschluchät“ oder „Di himi iz aber gschluchät“. Diese Aussagen beschreiben, dass jemand richtig angestrengt wurde. Was beim schlauchen des Nutztieres wohl auch der Fall sein dürfte.
Wenn das „schlauchen“ nichts bringt muss man das Tier im äussersten Notfall „stechen.“ Man sticht auf der linken Seite, eine Handbreite hinter dem Hüfthöcker mit dem Trokar ein. Man muss dabei gut darauf achten, dass man keine Organe verletz. Der Trokar ähnelt einem Dolch (bei Kühen ca. 12-15 cm lang) vorne hat der Trokar ein Röhrchen. Nach dem Einstechen zieht man den Trokar wieder raus, das Röhrchen blieb aber im Körper stecken so kann die Luft entweichen. Der Tierarzt muss die Mägen dann aber wieder zusammennähen, da dort ja nun ein Loch ist. Wenn es hart auf hart kommt wird das Stechen vom Bauern oder der Bäuerin selbst übernommen. Manchmal muss (egal wer sticht) sogar ohne Betäubung gestochen werden, da die Wirkung je nach dem zu lange auf sich warten lässt und das Tier in dieser Zeit sterben könnte. Das stechen ist ein sehr heikler Eingriff, darüber muss man sich im klaren sein trotzdem ist es in Extremsituationen die einzige Lösung ein geblähtes Tier zu retten.

Herkunft des Wissens

Ich bin auf einem Bauernhof gross geworden und da wird man über «was wäre wenn Szenarien» informiert. Zum Glück mussten wir noch nie ein Tier stechen oder schlauchen. Aber ich habe schon von Bauern davon erzählen gehört, welche es selbst erlebt haben.

Nutzen des Wissens
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