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Heilkräuter und Buchsgärten
Vorname/Name
Madeleine Ryser
Jahrgang
1959
PLZ/Ort
3550 Langnau
Kurzbeschrieb
Der Buchsgarten ist mehr als eine Zierde. Er erzählt von der Gartenkultur im Emmental und vom Wissen über Heilpflanzen, das früher oft von Frauen weitergegeben wurde. Zwischen Buchshecken, Blumen und Kräutern finden sich Spuren einer langen Tradition, die Natur, Alltagswissen und Geschichte miteinander verbindet.
Dieser Beitrag ist Teil der Spurensuche durchs Chüechlihus.
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Text
Der Buchsgarten entstand 2011 im Rahmen der Ausstellung «Heilpflanzen aus dem Bauerngarten». Erst kurze Zeit zuvor war das angrenzende Wohnhaus Teil des Regionalmuseums Chüechlihus geworden. Damit gehörte auch der Garten zum Museum und konnte erstmals in Ausstellungen einbezogen werden.
Die Idee zur Ausstellung hatte Madeleine Ryser, die langjährige Konservatorin und erste Museumsdirektorin des Regionalmuseums Chüechlihus. Sie liess sich von Jeremias Gotthelfs Roman «Wie Anne Bäbi Jowäger haushaltet und wie es ihm mit dem Doktern geht» inspirieren. Darin erzählt Gotthelf die Geschichte von Anne Bäbi und ihrem an Pocken erkrankten Sohn Jakob, der durch einen Wunderheiler beinahe sein Leben verliert. Gleichzeitig greift der Roman das grosse Wissen vieler Frauen über Heilpflanzen auf. Dieses Wissen wurde früher oft mit Misstrauen betrachtet und führte nicht selten dazu, dass Frauen als Hexen diffamiert wurden.
Der Buchsgarten selbst ist typisch für das Emmental. Anders als ein Nutzgarten diente er nicht in erster Linie dem Anbau von Gemüse oder Heilkräutern. Er war ein Ziergarten und sollte das Haus repräsentieren. Meist waren es die Frauen der Familie, die ihn mit grosser Sorgfalt pflegten. Die Buchshecken wurden regelmässig tief zurückgeschnitten und in Form gehalten. Ihr Zweck war nicht praktisch, sondern rein dekorativ. (Schau auch gerne in den Beitrag «Buchs im Bauergarten» von Katrin Scheidegger, sie pflegt selber ihren eigenen Buchsgarten und gibt das Wissen gerade ihrer Tochter weiter.)
Den Buchsgarten des Museums legte die ehemalige Mitarbeiterin Marianne Jörg an. Viele Jahre kümmerte sie sich um seine Pflege. Ein solcher Garten bedeutet viel Arbeit. Der Buchs muss regelmässig geschnitten und vor Schädlingen geschützt werden. Auch die Holzschnitzel auf den Wegen werden mit einer Gerbflüssigkeit behandelt, damit sie länger haltbar sind und das Wachstum von Unkraut hemmen.
Heute übernimmt die Gemeinde die Pflege des Gartens. Einige Kräuter und Blumen wurden im Laufe der Jahre ersetzt. Erhalten geblieben sind jedoch die Buchshecken und der Rosenbaum in der Mitte, die noch aus der ursprünglichen Gestaltung von 2011 stammen.
Wenn du den Garten genauer betrachtest, entdeckst du Pflanzen aus ganz unterschiedlichen Regionen der Welt. Phlox, auch Flammenblume genannt. Oder der Gewöhnliche Sonnenhut stammen ursprünglich aus Nordamerika und wurden als Zierpflanzen nach Europa gebracht. Die Kugeldistel hingegen ist in Europa heimisch und lockt mit ihren kugeligen Blüten von Juni bis September zahlreiche Bienen an. Auch Oregano wächst im Buchsgarten. Seine kleinen Blätter verströmen schon beim Darüberstreichen den typischen würzigen Duft. Man findet zudem Rosen, Lavendel und wilde Geranien.
Heute schaut die Bauverwaltung der Gemeinde Langnau zum Garten. Florian Affolter ist Landschaftsgärtner und pflegt den Garten ungefähr einmal im Monat.
Herkunft des Wissens
Dieser Beitrag ist mit Madeleine Ryser entstanden. Als Museumsleiterin hat sie in diesen Jahren Ausstellungen konzipiert und auch diesen Buchsgarten angelegt. Ausserem erzählte Florian Affolter von der Bauverwaltung der Gemeinde Langnau etwas über den Unterhalt und die Pflege des Gartens. Er ist ausgebildeter Landschaftsgärtner.
Nutzen des Wissens
aktiv / inaktiv
Ja
Audio
Madeleine Ryser erzählt, wie und warum der Buchsgarten im Jahr 2011 angelegt wurde








