08.09.2026

Ein Haus voller Spuren

500 Jahre hinterlassen Spuren. Manche sind offensichtlich, andere entdeckt man erst, wenn man genauer hinschaut. Zum 500-Jahr-Jubiläum lädt eine neue Spurensuche dazu ein, das Chüechlihus mit anderen Augen zu betrachten. Dabei verbindet sie die Dauerausstellung mit «spychere!»: Jede Spur am Haus führt zu einem Wissensbeitrag im e-spycher.

Wer durch das Chüechlihus geht, begegnet Geschichte auf Schritt und Tritt. Doch nicht alles, was von vergangenen Zeiten erzählt, steht hinter einer Vitrine. Vieles steckt im Haus selbst: in einer Wand, einem Balken, einer Tür oder einer besonderen Konstruktion. Die neue Spurensuche macht solche Details sichtbar und erzählt die Geschichten, die dahinterstecken und verbindet die Dauerasusstellung mit «spychere!».

Eine schwarze Wand erzählt von einer alten Küche

Eine besonders eindrückliche Spur findet sich bei der ehemaligen Rauchküche. Die Wände sind dort pechschwarz. Das ist kein Zufall: Die Küche war früher zweigeschossig und nach oben zum Dach hin offen. Der Rauch konnte sich im Raum verteilen und hinterliess über die Jahre seine Spuren. Erst später wurde eine Decke eingezogen. Heute ist diese schwarze Wand ein Stück sichtbare Hausgeschichte. Wer mehr darüber erfahren möchte, kann der Spur im e-spycher weiterfolgen.

Auch die Bauweise erzählt

Im Erdgeschoss lohnt sich ebenfalls ein genauer Blick. An den Wänden lassen sich Teile der ursprünglichen Raumaufteilung erkennen. Senkrechte Pfosten und stehende Bohlen zeigen, wie das Haus einst gegliedert war. Auch die besondere Bauweise des Chüechlihus ist eine Spur: Ständer- und Blockbauweise wurden miteinander verbunden. Zusammen mit den drei Stockwerken, dem steilen Giebeldach und weiteren konstruktiven Details macht dies das Gebäude zu einem besonderen Zeugnis seiner Zeit. Was heute wie ein gewöhnliches Stück Holzwand aussieht, kann also eine Menge über das 500-jährige Haus erzählen. Hier geht’s zum Wissensbeitrag.

Von der Spur zum Wissen

Genau darin liegt die Idee der neuen Spurensuche. Die Besucher:innen entdecken die Spuren direkt am Original. Im e-spycher können sie anschliessend tiefer in die jeweilige Geschichte eintauchen. Zu allen Spuren des Rundgangs gibt es einen eigenen Wissensbeitrag. So wird die Spurensuche zum Bindeglied zwischen der Dauerausstellung und «spychere!»: Das Haus liefert die Spuren, der E-Spycher erzählt die Geschichten dahinter. Und dabei muss niemand Geschichtsprofi sein. Es braucht eigentlich nur etwas Zeit und einen aufmerksamen Blick. Denn vielleicht ist genau das Spannende an einem 500 Jahre alten Haus: Die Geschichte liegt nicht nur in den Ausstellungsstücken. Sie steckt im Gebäude selbst.

Eine verrusste Wand.
Ein alter Balken.
Eine ungewöhnliche Konstruktion.
Ein Detail, an dem man vielleicht schon hundertmal vorbeigegangen ist.

Beim nächsten Besuch lohnt sich ein zweiter Blick. Die Spurensuche bleibt auch über das Jubiläumsjahr hinaus als dauerhaftes Angebot im Regionalmuseum Chüechlihus bestehen.