ES_0052

Vom Dürrgraben zum Heimisbach

Vorname/Name
Sarina
Jahrgang
1996
PLZ/Ort
3543 Emmenmatt
Kurzbeschrieb
Heute kennen die meisten den Ort als Heimisbach. Dass der Ort früher Dürrgraben hiess, wissen viele nicht mehr. Erst durch meinen Besuch im Simon-Gfeller-Museum habe ich erfahren, dass der Name 1968 geändert wurde – als besondere Ehrung für Simon Gfeller und sein Buch Heimisbach.
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Text

Heute ist der Name Heimisbach im Emmental bekannt. Wer den Ort nennt, denkt an die Talschaft in der Gemeinde Trachselwald. Dass dieses Gebiet früher Dürrgraben hiess, wissen jedoch viele nicht mehr. Ich selbst bin erst darauf gestossen, als ich das Simon-Gfeller-Museum im Heimisbach besucht habe. Dort wird diese Geschichte erzählt, unter anderem mit einem alten Postschild, auf dem noch «Dürrgraben» steht.
Der Name Dürrgraben war während langer Zeit der offizielle Name des Gebiets. Auch ältere Menschen aus der Region kennen ihn teilweise heute noch und verwenden ihn im Gespräch. In meiner Generation scheint der Begriff dagegen fast verschwunden zu sein. Die meisten kennen nur noch den Namen Heimisbach.

Die Umbenennung geschah nicht zufällig. Simon Gfeller lebte und wirkte in dieser Gegend und veröffentlichte 1910 sein erstes Buch mit dem Titel Heimisbach. Darin beschrieb er Menschen, Landschaft und das Leben in dieser Gegend des unteren Emmentals. Die Bewohnerinnen und Bewohner des Dürrgrabens erkannten sich in seinen Erzählungen wieder. Offenbar fühlten sich viele mit den beschriebenen Figuren und der dargestellten Landschaft verbunden.

1968 erhielt der Ort schliesslich offiziell den Namen Heimisbach. Aus dem Postort Dürrgraben wurde Heimisbach. Damit ehrte die Bevölkerung Simon Gfeller auf eine besondere Weise. Statt eine Strasse oder ein Gebäude nach ihm zu benennen, erhielt eine ganze Talschaft den Namen eines literarischen Werkes. Das ist eine aussergewöhnliche Form der Erinnerung.

Spannend finde ich, wie sich dadurch auch Sprache und Wissen verändern. Ein Name, der früher selbstverständlich war, verschwindet nach und nach aus dem Alltag. Gleichzeitig entsteht etwas Neues. Wer heute von Heimisbach spricht, weiss oft nicht mehr, dass früher vom Dürrgraben die Rede war.

Herkunft des Wissens

Besuch im Simon-Gfeller-Museum im Heimisbach, Gespräche mit Menschen aus der Region sowie historische Informationen zur Umbenennung des Dürrgrabens.

Nutzen des Wissens
aktiv / inaktiv

Das Wissen ist heute nicht mehr nötig, da alle vom Heimisbach sprechen. Es ist aber ein sehr spannendes Wissen und zeigt mir auch, wie wichtig der Autor Simon Gfeller für die Region war.

Bilder

Simon Gfeller Museum in Heimisbach

2 Kommentare

  1. Scheidegger Kathrin 7. Juni 2026 um 14:44 - antworten

    Die Umbenennung von Dürrgraben zu Heimisbach erfolgte 1968 im Rahmen der Feierlichkeiten zum 100. Geburtstag von Simon Gfeller als Anerkennung für sein Werk und in Anlehnung an sein Erstlingswerk mit dem Titel «Heimisbach». Es war das erste Mal in der Schweiz, dass eine ganze Talschaft umbenennt wurde.
    Simon Gfeller wurde 1868 im Zuguet, Gemeinde Trachselwald geboren, ging im Thal-Schulhaus (heute Simon Gfeller Museum) zur Schule, wurde später Lehrer und wirkte in der Schule Grünenmatt und später im Egg-Schulhaus bei Schaufelbühl, Gemeinde Lützelflüh.
    Für weitere Infos: http://www.simongfeller.ch

  2. Heimisbacher 15. Juli 2026 um 13:36 - antworten

    Die Umbenennung war im Dorf ein grosses Thema, ich kam damals gerade aus der Schule. Übrigens hiess der Graben nicht Dürrgraben, weil es «dürr», also trocken ist. Der Name ist wohl eher eine Ableitung von «düre Grabe» also «durch den Graben». Die Häuser am Anfang vom Heimisbach heissen aber auch «Dürr» und da gibt es sehr wohl auch ein Hang der immer etwas dürr, also trocken ist.

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