ES_0189

Getreide dreschen

Vorname/Name
Scheidegger Kathrin
Jahrgang
1963
PLZ/Ort
3456 Trachselwald
Kurzbeschrieb

Früher wurde das Getreide von Hand geschnitten, zu Garben gebunden und auf der Heubühne getrocknet. Im Spätherbst zogen Drescher mit ihren Maschinen von Hof zu Hof. Jakob Aeschbacher aus Heimisbach führt diese Tradition seit 1990 mit seiner eigenen, rund 80 Jahre alten Dreschmaschine weiter. Heute nutzen nur noch zwei bis drei Kunden seinen Dienst. Gemeinsam halten sie eine alte Erntemethode am Leben, die mit dem Wandel der Landwirtschaft zunehmend verschwindet.

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Text

In früheren Zeiten, als es noch keine Mähdrescher gab, wurde das Getreide auf dem Feld geschnitten und zu Garben gebunden. Danach brachte man es auf die Heubühne zum Trocknen.
Im Spätherbst kam der Drescher mit seiner Dreschmaschine auf den Hof. Die Dreschmaschine konnte von Dreschgenossenschaften angemietet werden.
Es wurde auch überall Getreide angebaut, selbst an steilen Hängen und auf kleinen Flächen. Den Anreiz zum Anbau war die flächenbezogene Anbauprämie für Getreide, welche vom Bund ausbezahlt wurde.
Ab 1990 wurde diese Prämie nicht mehr ausgerichtet. Darauf hin haben sich viele Bauern, besonders im Emmental, entschieden, keine Getreide mehr anzubauen.

Landwirt Jakob Aeschbacher aus Heimisbach hat in jungen Jahren zu Hause auf dem Hof beim Dreschen mitgeholfen und wurde auch von verschiedenen Nachbarn zur Mithilfe angefragt. Ab 1978 hat er einen Drescher begleitet und auch schon selber Kunden bedient.

1990 hat er eine eigene Maschine gekauft und rund 50 Kunden übernommen. Seine Dreschmaschine hat (wahrscheinlich) Jahrgang 1942 und wurde in Schweden hergestellt. Ein Kollege hat die Maschine aus dem Abbruch gerettet, repariert und heute funktioniert sie genau so wie damals, nur einen Einleger hat Jakob Aeschbacher später noch eingebaut.

Für die Drescharbeiten war er ab Anfang November für rund 3 Wochen unterwegs.
Der Betrieb zu Hause wurde durch die Familie und Aushilfen aufrechterhalten.

Nach dem Strum Lothar 1999 waren die Aufräumarbeiten so gross, dass viele Bauern im Frühjahr keine Zeit für das Säen von Getreide hatten. Gleichzeitig war der Preis für Getreide so tief wie nie zuvor und die Unkosten sind gestiegen. Auch diese Tatsache hat viele dazu bewogen, den Getreideanbau ganz aufzugeben.

Heute hat Jakob Aeschbacher neben seiner eigenen Produktion noch 2 -3 Kunden, die die Drescharbeiten beanspruchen. Bis auf einen Kunden werden die Drescharbeiten bei ihm zu Hause erledigt, das heisst, die Kunden bringen die Garben zu ihm auf den Hof.
Für das Dreschen in dieser Art eignet sich in erster Linie Sommergerste. Der Ertrag wird als Futter verwendet.

Obwohl heute die meisten Landwirte mit modernen Maschinen ihr Getreide ernten, hält Jakob Aeschbacher und mit ihm die 2 -3 Kunden an der alten Tradition fest. Sein Sohn, der auch den Landwirtschaftsbetrieb inzwischen übernommen hat, unterstützt ihn dabei. Wie lange er das Gewerbe aber noch weiterführen kann, ist offen.

Herkunft des Wissens

Aus der Erzählung von Jakob Aeschbacher, Brandsite, Heimisbach

Nutzen des Wissens
aktiv / inaktiv

Bilder

Dreschmaschine

Zu Garben gebundenes Getreide auf dem Feld.

U du, weisch no meh?

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