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Das Trachten-Regelwerk

Vorname/Name
Sarina Wälti
Jahrgang
1996
PLZ/Ort
3543 Emmenmatt
Kurzbeschrieb
Das Trachtenmieder ist ein enges Oberteil und gehört zur Berner Frauentracht. Die Regeln lernte ich früh: kein offenes Haar, wenig Schmuck, passende Schuhe. Der Schurz ist etwas kürzer als der Kittel, der nicht mehr als 28 cm über dem Boden endet. Trachten sind wertvoll, werden mit Stolz getragen und oft weitervererbt – wie das Mieder meiner Grossmutter, das ich eines Tages erben werde.
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Text

Für mich ist die Berner Tracht mehr als nur Kleidung – sie ist ein Stück Familiengeschichte. Ich habe früh gelernt, dass es nicht einfach «eine» Tracht gibt, sondern viele verschiedene: Werktagstracht, Sonntagstracht, Tschöpflitracht oder eben die Gotthelftracht. Und jede hat ihre eigenen Regeln.

Dieses Wissen habe ich nicht aus Büchern, sondern von meiner Familie. Schon als Kind wurde mir erklärt, was sich gehört – und was nicht. Offene Haare zur Tracht? Undenkbar. Zu viel Schmuck oder Schminke? Geht gar nicht. Die Tracht wird mit Stolz getragen, aber auch genau beobachtet. Wenn etwas nicht stimmt, merkt das bestimmt jemand.

Besonders wichtig sind die kleinen Details: Der Schurz muss ein bis zwei Zentimeter kürzer sein als der Kittel. Die Trachten dürfen nicht gemischt werden, und dazu gehören immer passende Trachtenschuhe. Auch wie etwas sitzt, ist entscheidend – vom Göller bis zum Gärnli. Viele dieser Regeln wirken streng, aber sie geben der Tracht ihre klare Form.

Am besten kenne ich mich mit der Sonntagstracht und der Gotthelftracht aus. Die schwarze Sonntagstracht ist wohl die bekannteste: ein schwarzer Kittel, ein Samtmieder und ein weisses, fein gefälteltes Hemd. Dazu kommt eine edle Schürze, oft aus Seidenstoff, und der filigrane Silberschmuck. Alles wirkt schlicht, aber gleichzeitig sehr festlich.

Die Gotthelftracht ist etwas einfacher, aber nicht weniger schön. Ihren Namen hat sie von den Illustrationen zu den Geschichten von Jeremias Gotthelf. Typisch sind das Schnabelmieder und die gestreifte Schürze. Je nach Jahreszeit trägt man ein kurz- oder langärmliges Hemd. Statt auffälligem Schmuck gehört hier eher eine schlichte Brosche dazu. Gerade weil sie so vielseitig ist, wird die Gotthelftracht heute noch oft getragen.

Auch die Tschöpflitracht oder die Werktagstracht haben ihre festen Regeln – wann man sie trägt und wie sie aussieht. Aber egal welche Tracht: Man trägt sie nicht einfach irgendwie.

Viele Trachten werden in der Familie weitergegeben. Das macht sie besonders wertvoll. Bei uns hat meine Grossmutter zum Beispiel die Kittelbrust selbst genäht. Heute trägt sie meine Mutter – und ich hoffe, dass ich diese Tradition eines Tages weiterführen kann.

Eine Tracht ist nicht nur schön, sondern auch kostbar. Gerade der Silberschmuck ist sehr wertvoll. Deshalb gehört auch die Pflege dazu. Wobei ich ehrlich sagen muss: Ein Trachtenhemd richtig zu bügeln, das überlasse ich lieber meiner Mutter. Sie kennt die Regeln noch einmal besser als ich.

Dieses Wissen weiterzugeben, ist mir wichtig. Denn die Tracht lebt nur weiter, wenn man weiss, wie man sie trägt.

Herkunft des Wissens

Durch meine Familie, die den Bezug zur Tracht schon immer hatte. Bereits als kleines Kind sah ich, wie meine Mutter die Tracht anzieht und so ging ich selbst bereits als Kind ins Trachtentanzen. Ich lernte früh, wie und wann ich eine Tracht tragen kann. So lernte ich auch die verschiedenen Arten und die Regeln, wie eine Tracht angezogen werden muss, kennen.

Nutzen des Wissens
aktiv / inaktiv

Ich konnte mir vor kurzen einen grossen Traum verwirklichen und eine eigene Tracht kaufen. Leider kann ich sie nur selten tragen, wenn, dann geniesse ich es aber sehr. Zudem brauche ich das Wissen sehr intensiv bei meinem Hobby, dem Theaterspielen. Immer wieder führen wir Gotthelf Stücke auf.

Bilder

Schon als Kind trug ich die Tracht...

...beim Trachtentanzen mit meiner Cousine...

...oder meiner Schwester.

Heute trage ich die Tracht in Theater Produktionen

Meine eigene Gotthelftracht im Shooting für die Freilichtspiele Moosegg

Video

U du, weisch no meh?

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