ES_0098
Blutrösti
Vorname/Name
Jonas Glanzmann
Jahrgang
1975
PLZ/Ort
3406 Thun
Kurzbeschrieb
Bei der Hausmetzgete wurde früher das ganze Schwein verwertet. Selbst das Blut kam auf den Teller. Eine Frau erzählte, wie das frisch aufgefangene Schweineblut mit Zucker gekocht, krümelig gemacht und anschliessend tagelang der Rösti beigemischt wurde. Für sie war diese einfache Mahlzeit eine besondere Kindheitserinnerung.
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Text
Bei der Haus- Metzgete wurde alles vom Schwein verwertet. Heute würde man sagen «von der Nase bis zum Schwanz». Blut wurde nicht nur für Würste gebraucht, sondern auch gekocht, als Zutat für Rösti. Eine Frau hat mir folgende Geschichte an der OGA 2026 in Langnau erzählt:
«Bei uns zu Hause wurde einmal im Jahr ein Schwein getötet. Zuschauen konnte ich nie, das hat mich «gruset» als ich jeweils das laute Schreien des Schweins hörte, als es aus dem Stall geführt wurde. Beim Ausbluten nach dem Stechen haben wir das Blut mit Kesseln aufgefangen. Das Blut musst immer wieder gerührt werden, damit es nicht «stockt», also nicht gerinnt. Schnell wurde das Blut danach mit Zucker gekocht. Vielleicht kamen noch andere Zutaten drein, das weis ich nicht mehr so genau. Beim Kochen wurde die Masse braun und «bröselig», also krümelig. Das ganze wurde nach dem Kochen zur Aufbewahrung gelagert. Bei uns war es ein kühles Nebenzimmer. Das so zubereitete Blut wurde dann jeden Tag der Rösti beigemischt, für mich eine kulinarische Leckerei. Damit wurde die Rösti gestreckt und anstelle von Fleisch, gäbe es diese Mischung.»
Herkunft des Wissens
Interview an der OGA 2026 in Langnau am Stand von «Spychere» mit einer Frau, Jahrgang 1951.
Nutzen des Wissens
aktiv / inaktiv
Eine Bier nicht bekannte Art das Blut der Haus-Metzgete zu verwenden.




