ES_0141

Deuchelbohrer

Vorname/Name
Michael Schönholzer
Jahrgang
1980
PLZ/Ort
3434 Obergoldbach
Kurzbeschrieb
Mit dem Deuchelbohrer wurden früher Wasserleitungen und Sodbrunnen gebaut. Dafür bohrte man junge Weisstannen der Länge nach durch und leitete so Wasser von der Quelle zum Hausbrunnen. Wo keine Quelle vorhanden war, entstanden Sodbrunnen mit Pumpen. Ein Bruder meines Urgrossvaters, Gottlieb Schönholzer, nutzte die mächtigen Werkzeuge für solche Arbeiten auf der Stör. Bis heute werden sie bei uns in Ehren gehalten.
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Text

Mit den Deuchelbohrer wurden früher Wasserleitungen und Sodbrunnen erstellt. Als geeignetes Holz hat man jüngere Weisstannen ausgewählt. Dieselben wurden dann mit einer Visier- und Führungshilfe der Länge nach durchbohrt. Aneinandergereiht und mit den nötigen Mittel abgedichtet, konnte nun das Wasser von der Quelle durch die Deuchel zum hauseigenen Brunnen geleitet werden. War eine Leitung verstopft, nutzte man die Brunnenrute (konnte auch bei Ton- und Zementrohren angewendet werden).

Wo keine Quelle zu finden war, wurde in die Erde ein tiefer Sodbrunnenschacht ausgehoben, bis sich darin genügend Wasser aus den Gesteinsschichten sammelte. Um das Wasser empor zu heben, schuf man mit den grosskalibrigen Deuchelbohrer, sogenannte Sodpumpen. Das Prinzip funktionierte auch um Jauche aus den Gruben in Güllewagen zu pumpen. Eine weitere Anwendung wo die Deuchelbohrer gebraucht wurden, war das Erstellen eines Lochs für die Achse der Holz-Trüllen.

Ein Bruder meines Urgrossvaters (Gottlieb Schönholzer) nutzte die Deuchelbohrer um Wasserleitungen und Sodbrunnen auf der Stör zu erstellen. Diese mächtigen Werkzeuge werden noch heute bei uns ins Ehren gehalten.

Weitere Deuchelbohrer findet man:
– Im Regionalmuseum Langnau =).
Ein Teil davon entstammt einer Schenkung meines Vaters, vermutlich im Lager zu finden. Vielleicht könnten Sie mir ein
Foto davon übermitteln?
– An der Brächeten in Zäziwil.
– Am Gotthelfmärit in Sumiswald.
– Am Handwerkermärit im Trubschachen.
– Im Regionalmuseum Krauchthal.
– Im Museum Ballenberg.
– Im Landwirtschaftlichen Museum Burgrain LU.

Herkunft des Wissens

Familiengeschichte, durch Erzählungen von meinen Vater und eigene Nachforschungen.

Nutzen des Wissens
aktiv / inaktiv

Bei Erzählungen von «Früecher».

Bilder

Gottlieb Schönholzer Sammlung Aspihüsi

Gotthelfmärit Sumiswald

Handwerkermärit Trubschachen

Handwerkermärit Trubschachen (Sodpumpe Ventil geschlossen)

Handwerkermärit Trubschachen (Sodpumpe Ventil offen)

Brunnenrute aufgerollt (Länge ca. 15m)

U du, weisch no meh?

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