
ES_0111
Eisenzeit
Vorname/Name
Reto Wüthrich
Jahrgang
1997
PLZ/Ort
3550 Langnau
Kurzbeschrieb
In der Eisenzeit wurde Eisen zum wichtigsten Werkstoff und die Kelten lebten in kleinen Dörfern und Gehöften. Im oberen Emmental wurden bisher nur wenige Funde aus dieser Zeit gemacht, doch Keramik und andere Hinweise lassen vermuten, dass weitere eisenzeitliche Spuren noch entdeckt werden können.
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Dieser Beitrag ist einer von 5 Artikeln über unsere Suche im Emmental und die Funde aus den Epochen: Mittelsteinzeit, Jungsteinzeit, Bronzezeit, Eisenzeit und römische Zeit
ÜBERBLICK EISENZEIT:
Die Eisenzeit begann um 800 v. Chr. und endete um 50 v.Chr.
Jetzt wurde neu das Eisen zum wichtigsten Werkstoff. Dieses kommt in der Natur um einiges häufiger vor, als Kupfer und Zinn, welche zur Herstellung von Bronze benötigt wurden. Da Eisen hier natürlich vorkommt, musste es auch nicht über weite Strecken transportiert werden, wie dies beim Zinn der Fall war. So wurden viele Alltagsgegenstände, aber auch Waffen und Baumaterialien, neu aus Eisen hergestellt. Teilweise sogar Schmuck, wie zum Beispiel Gewandnadeln, obwohl das schon eher selten war. Neu war auch die Geldwirtschaft. Im Raum der heutigen Schweiz wurden in der Eisenzeit erstmals Münzen hergestellt.
In dieser Zeit lebten im Mittelland die Kelten. Dies ist aber nicht wirklich ein Volk, sondern ein Sammelbegriff der damaligen antiken Griechen und Römer.
Sie wohnten in kleinen Dörfern und Gehöften oder in einem sogenannten Oppidum. Dies waren befestigte Kleinstädte meistens auf einer Anhöhe. In Bern und Roggwil standen beispielsweise solche Städte. Hier bei uns ist aber nur mit kleinen Dörfern zu rechnen.
Es gab immer wieder kriegerische Auseinandersetzungen zwischen den Kelten und den Römern. Bis die Römer 58 v.Chr. das schweizerische Mittelland endgültig eroberten.
EISENZEIT IM OBEREN EMMENTAL:
Aus der Eisenzeit gibt es bisher erstaunlicherweise nicht viele Funde. Es liegen eine Breitaxt aus Langnau und ein Kurzschwert aus Sumiswald vor. In der Emme bei Signau fanden Goldwäscher zu dem 3 Silbermünzen.
Funde welche in die Eisenzeit fallen, konnten wir bisher noch keine beisteuern. Die Keramikfragmente aus der Fundstelle auf der Mutten in Signau (siehe Beitrag Bronzezeit) könnten gemäss dem jetzigen Kenntnisstand ebenso aus dem Anfang der Eisenzeit stammen. Dasselbe gilt für weitere Scherben aus Breiten (Rüderswil) und Häleschwand (Signau)
Da es in der Region Altfunde gibt und wir bereits aus den anderen Epochen einige Artefakte entdecken konnten, rechnen wir damit, dass es noch eisenzeitliche Spuren zu entdecken gibt. Es wird eine Frage der Zeit und Geduld sein, bis Überreste zum Vorschein kommen werden.
ÜBER UNS UND UNSERE ARBEIT:
Wir sind Anja Huber und Reto Wüthrich und sind beide geschichtlich interessiert. Als ehrenamtliche Mitarbeiter sind wir für die Kantonsarchäologie tätig. Wir haben die Theorie, dass die Region des oberen Emmentals schon vor dem Mittelalter besiedelt war. Um das zu beweisen, suchen wir Objekte aus früheren Epochen. Dabei arbeiten wir zum Teil mit dem Metalldetektor, um Funde im Boden zu lokalisieren. Objekte aus anderen Materialien wie Glas, Keramik oder Steinwerkzeuge müssen ohne technische Hilfsmittel gesucht werden. Dazu suchen wir die Oberfläche auf Äckern optisch ab. In den letzten 7 Jahren konnten wir einige Funde machen, um diese Theorie zu festigen. Trotzdem verbringen wir oft unzählige Stunden draussen, ohne irgendetwas Relevantes zu finden. Manchmal hat man aber den richtigen Riecher und etwas Glück und kann so einen schönen Fund bergen. Wir verfolgen unabhängig unsere eigenen Ideen, arbeiten aber auch immer wieder zusammen an Projekten.
Herkunft des Wissens
Unsere Nachforschungen betreiben wir vor Ort im Gelände. Es braucht aber auch einige vorausgehende Abklärungen. So informieren wir uns in historischen Büchern, auf Karten, Satellitenbildern und Terrainmodellen, um geeignete Flächen zu finden. Für die Altfunde dient uns das Buch «Emmental – Eine Landschaft erzählt Geschichte» von Jonas Glanzmann als Quelle.
Nutzen des Wissens
aktiv / inaktiv
Wir sind im Austausch mit der Kantonsarchäologie. Manchmal werden bedeutende Funde veröffentlicht, die Allgemeinheit jedoch erfährt meistens nichts davon. Wir möchten die Geschichte des Emmentals der Bevölkerung zugänglicher machen, denn wir glauben, dass man durch sie etwas lernen kann.







