
ES_0106
Im Joggeli
Vorname/Name
Charlotte
Jahrgang
1950
PLZ/Ort
3550 Langnau
Kurzbeschrieb
Früher warnten die Menschen im Emmental mit dem Spruch: „Pass uf, we du das machsch, chunsch de no im Joggeli!“ Der «Joggeli» war die Wochenendbeilage des «Emmenthaler Blatts». Dort erschienen humorvolle Geschichten, Klatsch und Berichte über ungewöhnliches Verhalten. Die Beilage erschien bis etwa in die 1960er-Jahre.
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Text
Eine sanfte Ermahnung oder Warnung zu einem ungewöhlichen, ausgefallenen Vorhaben hiess früher im Emmental : «Pass uf, we du das machsch, chunsch de no im Joggeli!» Dieser Joggeli hatte nichts mit Basel zu tun. So hiess die Wochenendbeilage im «Emmenthaler Blatt», das in Langnau erschien und früher in fast allen Emmentaler Haushalten gelesen wurde. Feste Bestandteile dieser Wochenendbeilage waren die berndeutschen Rubriken «Ankehans u Zigerpeter» und «Gmüesmädi u Fadetrini». In heiterem Ton ,brichte‘ die zwei Duos übers Wetter und den neusten Klatsch aus nah und fern. Die Emmentaler sahen sich selber nicht gerne Witzfiguren. Lustige Personen und gute Witze wussten die Emmentaler zu schätzen. Seltsames Verhalten wurde aber eher Menschen aus andern Regionen zugeschrieben. Wenn jemand es mit seinem unsinnigen Verhalten in den Joggeli schaffte, so bezeichnete man das als «g Merligeret» – oder waren die Emmentaler und Emmentalerinnen einfach eifersüchtig auf die schöne Lage dieses Dorfes (Merligen) am Thunersee? Ebenso wenig konnten die meisten Emmentalerinnen und Emmentaler den Fasnachtsbräuchen im «Länder inne», im Entlebuch und im Luzernischen abgewinnen.
Der Emmenthaler Joggeli ist etwa bis in die 60er Jahre des letzten Jahrhunderts im «Emmenthaler Blatt» erschienen.
Herkunft des Wissens
Aus meinen Jugendjahren ist mir das bekannt. Später war ich Redaktorin des «Emmenthaler Blattes» und der Nachfolgezeitungen «Berner Nachrichten» und «Berner Zeitung BZ». Die Fotos stammen aus dem 1. Band des «Emmenthaler Blattes» von 1960 im Staatsarchiv Bern.
Nutzen des Wissens
aktiv / inaktiv
Selten, aber hier beim «spychere!».





