ES_0146

Tierstall, Salzlager, Warenlager…

Vorname/Name
Livia
Jahrgang
1985
PLZ/Ort
3014 Bern
Kurzbeschrieb

Das Erdgeschoss des Chüechlihus war ursprünglich in mehrere Bereiche unterteilt und diente vermutlich dem Lagern, Arbeiten oder Handel. Spuren im Holz geben Hinweise auf vergangene Nutzungen, doch manche Fragen bleiben bis heute offen.

Dieser Beitrag ist Teil der Spurensuche durchs Chüechlihus.

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Text

Wer heute im Erdgeschoss steht, kann sich kaum vorstellen, dass diese Räume früher ganz anders aussahen. Über den Bauzeitlichen Zustand können wir jedoch vieles anhand der Wände nachvollziehen. Im 16. Jahrhundert war das Erdgeschoss wahrscheinlich in drei Bereiche unterteilt: einen vorderen, mittleren und hinteren Teil. Das Foyer hier, war also ursprünglich durch eine Wand getrennt. Die Treppe befand sich vermutlich schon damals in dieser mittleren Zone, obwohl wir wissen, dass unser heutiges Treppenhaus erst Mitte des 20. Jahrhunderts eingebaut wurde.

Auch im hinteren Teil des Raumes finden sich spannende Spuren. Einige Holzständer zeigen auffällige Abnutzungen, die im vorderen Bereich fehlen. Solche Veränderungen können entstehen, wenn Holz über lange Zeit Ammoniak ausgesetzt ist. Das könnte darauf hindeuten, dass hier einst Tiere untergebracht waren. Ammoniak ist ein Stickstoff und entsteht, wenn sich die Enzyme im Kot und Urin von Nutztieren, wie Kühen, Schafen oder Schweinen zersetzen. Die Holzfasern können schaden nehmen, wenn sie längere  Zeit grossen Konzentrationen von Ammoniak ausgesetzt sind. Möglich wäre aber auch eine andere Nutzung, etwa als Lagerraum für Salz oder andere Waren. Das die Abnutzung von einem ehemaligen Salzlager stammt, ist ebenso wahrscheinlich, da man es sowohl für die Käseherstellung, wie auch für die Tierhaltung benötigte.

Über die ersten zwei Jahrhunderte des Chüechlihus wissen wir nur wenig. Erst ab dem 18. Jahrhundert liefern schriftliche Quellen ein klareres Bild. Im Jahr 1741 war das Haus in zwei Wohneinheiten aufgeteilt. Die westliche Haushälfte wurde als Niederhaus, die östliche als Kachlerhaus bezeichnet. Gerade befindest du dich im westlichen Teil, also im Niederhaus. Beide Seiten waren dicht bewohnt und boten zeitweise bis zu zwölf Menschen Platz.

Zum Kachlerhaus gehörten ein Flachsladen, ein Magazin sowie Kellerräume zur Lagerung von Käse und Milch. Ausserdem umfasste es das gesamte erste und zweite Obergeschoss mit Küche und zehn Zimmern. Das längs geteilte westliche Erdgeschoss gehörte zum Niederhaus. Diese Quellen zeigen, wie vielfältig das Chüechlihus genutzt wurde und wie eng Wohnen, Arbeiten und Lagern unter einem Dach miteinander verbunden waren.

 

 

Herkunft des Wissens

Aus Gesprächen mit Wanda Seiler, Heinrich Christoph Affolter und Alexander Kobe.

Nutzen des Wissens
aktiv / inaktiv

Bilder

Man erkennt die unterschiedlichen Abnutzungsspuren aus dem vorderen und mittleren Bereich des Erdgeschoss. Dazwischen verlief ursprünglich wohl eine Wand.

Stall um 1913. Fotografie Hermann Stauder (1887-1949).

Auszüge aus dem Archiv der Langnau Forscherin Margrit Rageth geben Auskunft über die Besitzer:innen Geschichte des Chüechlihus, oder des ehemaligen Kachlerhaus.

Auszüge aus dem Archiv der Langnau Forscherin Margrit Rageth geben Auskunft über die Besitzer:innen Geschichte des Chüechlihus, oder des ehemaligen Kachlerhaus.

Auszüge aus dem Archiv der Langnau Forscherin Margrit Rageth geben Auskunft über die Besitzer:innen Geschichte des Chüechlihus, oder des ehemaligen Kachlerhaus.

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