
ES_0015
Per Handschlag: Mehl für Kambly
Vorname/Name
Bettina Haldemann
Jahrgang
1966
PLZ/Ort
3550 Langnau i. E.
Kurzbeschrieb
Der Mühlesack der Familie Haldemann aus Zimmerzei erinnert an die Anfänge einer Müllerdynastie im Emmental. Ein Zweig der Familie zog um 1860 nach Trubschachen und übernahm dort die Mühle. Von hier stammt bis heute das Mehl für die Kambly-Bretzeli. Die Zusammenarbeit begann 1906 mit einem Handschlag zwischen Bäcker und Müller – ein schriftlicher Vertrag gibt es bis heute nicht.
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Text
Der Mühlesack der Familie Haldemann aus Zimmerzei erinnert an die Anfänge einer Müllerdynastie im Emmental. Ein Zweig der Familie wanderte um 1860 von der Zimmerzei in der Gemeinde Eggiwil nach Trubschachen aus und erwarb dort die Mühle sowie das dazugehörende Bauernhaus. Die Mühle Haldemann wird heute in fünfter Generation von Beat und Evelyn Haldemann geführt. Während viele kleine Mühlen im Laufe der Zeit verschwunden sind, steht der Familienbetrieb bis heute auf gesunden Beinen. Der Kleinbetrieb ist zertifiziert, und hinter den Mauern des alten Gebäudes arbeiten moderne Müllereieinrichtungen.
Ein wesentlicher Grund für diese erfreuliche Entwicklung liegt im Kambly-Bretzeli. 1906 begann Oscar Kambly in der Dorfbäckerei seine ersten Bretzeli zu backen. Zwischen dem Bäcker und dem Müller kam es damals zu einem Handschlag: Die Mühle sollte das Mehl liefern – solange die Qualität stimmte. Diese mündliche Vereinbarung zwischen der Biscuitfirma und der benachbarten Dorfmühle blieb bestehen, selbst als das Unternehmen wuchs und später auch Grosslieferanten hinzukamen.
Dass es nie einen schriftlichen Vertrag gab, störte die Familie Haldemann nie. «Schon unsere Väter und Grossväter geschäfteten zusammen. Verträge gab es keine. Im Emmental genügt ein Handschlag», sagte Daniel Haldemann, Vater des heutigen Mühlebesitzers. Und auch Ursula Kambly, die Mutter von Dania Kambly, welche die Biscuitfirma heute gemeinsam mit ihrem Mann führt, betont: «Es ist für uns wertvoll zu wissen, von wo das Mehl für unser Bretzeli kommt.»
Entscheidend für gutes Mehl sei vor allem die Qualität des Weizens, sagt Beat Haldemann. Er kauft das Getreide in der Westschweiz und verarbeitet das Korn in der Mühle zu erstklassigem Mehl. Das Herzstück der Anlage bilden die sechs Walzenstühle, die bereits Beats Grossvater 1947 angeschafft hat.
Beide Firmen, so unterschiedlich sie sind, werden seit Generationen von der gleichen Familie geführt, beide sind unabhängig und für beide ist das Kambly-Bretzeli der zentrale Anker geblieben.
Herkunft des Wissens
Paul, mein Mann, ist in der Mühle aufgewachsen und hat mir viel davon erzählt.
Nutzen des Wissens
aktiv / inaktiv
Ich verschenke das «Haldemann-Mehl» gerne an Freunde und Verwandte und erzähle hin und wieder von diesem über Generationen anhaltenden Handschlag.












