
ES_0019
«Stichratte»
Vorname/Name
Helen Kohler
Jahrgang
1993
PLZ/Ort
3550 Langnau i. E.
Kurzbeschrieb
Der Steinkratte ist ein viereckiger Behälter aus Holz gezimmert, der zum Abmessen der Rohstoffe genutzt wurde, um Ton herzustellen. Das Emmental weist eine lange Tradition der Keramikproduktion auf und hatte eine hohe Dichte an Töpfereien aufzuweisen.
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Text
Die Steinkratte, im Dialekt «Stichratte» genannt, ist ein viereckiger Behälter, aus Holz gezimmert, mit einem Henkel oben zum Tragen und praktisch zum Aufeinanderstappeln. In der Töpferei unserer Familie, der Töpferei Kohler, wurden diese zum Abmessen der Tonmengen genutzt. In den 1930er-Jahren gab es noch keine Plastikkübel, die handlicher und weniger schwer gewesen wären.
Um die richtige Tonmasse zu bekommen, wurden mit den Steinkratten die verschiedenen Rohstoffe abgemessen: 14 Kratten Mergelton (Kalkhaltiger Lätt) von Arnisäge, 7 Kratten Lörracher (oder Schlämmsand) vom Kieswerk und 1 Kratte Leukophyllit. Die kamen dann in die grosse Kugelmühle, wo sie aufgeschlämmt wurden und weiter zur Verarbeitung übergingen.
Dass Holzkörbe auch in anderen Regionen verwendet wurden, ist offensichtlich, jedoch ist die Bezeichnung «Stichratte» aber emmentalisch. Und weiter ist typisch für unsere Region, dass unser Boden viel Lehm Vorkommnisse aufweist und die Keramikproduktion eine lange Tradition hat.
Herkunft des Wissens
Aufgewachsen in der Töpferei, sind mir schon als Kind diese Steinkratten in der «Lätti» vom Grossvater aufgefallen. Die Tonaufbereitung wurde später mit meiner Ausbildung zur Keramikerin zum Thema.
Nutzen des Wissens
aktiv / inaktiv
Da die Tonaufbereitung nicht mehr existiert, benutzt man die noch vorhandenen Steinkratten zum Beispiel im Garten beim Jätten. Wenn ich gefragt werde, gebe ich das Wissen gerne weiter, wofür die ursprünglich gedacht waren.












