ES_0132

Torfabbau im Dählmoos

Vorname/Name
Stefan Gerber
Jahrgang
1963
PLZ/Ort
3421 Lyssach
Kurzbeschrieb
Während des Zweiten Weltkriegs war Heizmaterial knapp. Deshalb wurde von 1941 bis 1946 im Dählmoos Torf als Ersatz für Kohle abgebaut, insgesamt 3064 Tonnen. Dafür mussten Bäume gefällt und ein kleines Bähnli für den Abtransport gebaut werden. Später wurden die Abbaugruben verfüllt und aufgeforstet. Heute ist ein Teil des Moors geschützt und bietet zahlreichen Tieren Lebensraum.
Schlagworte
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Text

Im zweiten Weltkrieg von 1939 bis 1945 war das Heizmaterial knapp. Die Lösung war, dass man Torf abgebaut hat. Dieses organische Material eignete sich gut als Ersatz für Kohle in den Heizungen. In den Jahren 1941 bis 1946 hat man insgesamt 3064 Tonnen Torf dem Dählmoos entnommen. Auf dem Bild von 1940 von Maler Alfred Bachmann ist noch das ursprüngliche Aussehen vom Moorgebiet Dählmoos zu sehen (war ein Geschenk vom Maler an die Gemeinde Lyssach).
Quelle: Gemeinde Lyssach
Der Grossvater und der Vater von Stefan Gerber, Landwirte in Lyssach, haben diese Zeit miterlebt. Gerbers sind noch heute im Besitz noch eines Teils des Dählmooses. 1944 haben die Abbauverantwortlichen, Gaswerk Burgdorf und die Baufirma Losinger, von der Familie Gerber einen Teil Land gepachtet, damit dort auch noch das vorhandene Torf abgebaut werden konnte. Nach dem Ende des 2. Weltkrieges ging das Land dann wieder an die Familie Gerber zurück. Aus dem Interview mit Stefan Gerber, dem heutigen aktiven Landwirtes geht hervor, dass seine Vorfahren schwierige Zeiten erlebt haben. Damit der Torf abgebaut werden konnte mussten Bäume gefällt werden und zum Abtransport des getrockneten Torfs wurde ein Bähnli gebaut. Leider gibt es aus dieser Zeit keine bei der Familie auffindbaren Dokumente mehr. Was wurde aus dem Teil von Gerbers Land nach dem Torfabbau? Da es in dieser Zeit, dh. nach dem Ende des 2. Weltkrieges und den nachfolgenden Jahrzehnten noch keine Kehrichtverbrennungsanlagen gab, wurden die Löcher vom Torfabbau mit Bauschutt und anderem Material gefüllt. Der Volksmund nannte diese Stelle die «Chachelihöhle». Anschliessend wurde wieder aufgeforstet, so dass das heutige Land der Familie Gerber nun Wald ist. Der Wald wird heute sehr wenig bewirtschaftet, da er am Rande des noch verbleibenden Hochmoores liegt (nur wenn Bäume umgefallen seien, werden diese zT. Teil herausgeholt). Der verbliebene Teil, nicht im Besitz der Familie, ist heute geschützt und ist ein beliebtes Naturschutzgebiet, welches vom Rande aus vom Wanderweg besichtigt werden kann. Leider ist es so, dass dieses Moor immer mehr vom Schilf bewachsen wird und so vom Moor nichts mehr zu sehen ist. Das Schilf und das Moor bietet aber vielen Tieren Schutz, so dass dieses Gebiet heute ein wertvolles Biodiversititätsgebiet ist, auch wenn es flächenmässig sehr klein ausfällt.

Herkunft des Wissens

Grossvater und Vater Gerber, Lyssach

Nutzen des Wissens
aktiv / inaktiv

Bilder

Dählmoos 1940, Bild vom Maler Alfred Bachmann, Geschenk an die Gemeinde Lyssach

Dählmoos im August 2026, das Moosr mit Schilf bewachsen

Teil Dählmoos im August 2026, welcher heute mit Wald bewachsen ist

U du, weisch no meh?

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