
ES_0065
Wildsau-Chehr
Vorname/Name
Verena Gertsch
Jahrgang
1955
PLZ/Ort
3550 Langnau
Kurzbeschrieb
Der sogenannte «Wildsau-Chehr» unterhalb der Äugstern an der Strasse zur Lüderenalp erinnert an eine spektakuläre Wildschweinjagd von 1914. Ein riesiges Wildschwein soll damals über die Truber Berge bis zur Lüderenalp geflüchtet sein und wurde von über 60 Jägern verfolgt. Ob die Kurve ihren Namen dieser Begebenheit verdankt, ist jedoch nicht bekannt.
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Text
An der Strasse auf die Lüderenalp befindet sich – etwas unter «Äugstern» – eine Haarnadelkurve, sie wird im Volksmund «Wildsau-Chehr» genannt. Ob der Name der Kurve mit der nachfolgenden Geschichte, zu tun hat, weiss ich nicht, diese steht im Geschäftsblatt des Kantons Bern vom 24. November 1914.
– Eine Wildsaujagd hat, wie das «Berner Tagblatt» erzählt, letzten Freitag und Samstag die Gemüter in den Truber Bergen und im Wasenbezirk in Wallung gebracht. Das Borstentier, das laut Aussage derer, die es gesehen haben, die Grösse eines braven einjährigen Rindes hatte und gar «unerchannte» Tatzen machte, sei auf der Klosteregg «aufgestochen» worden. Von den Feinden verfolgt, zog es über die Truber Berge gegen Schynen, dann über die Äugstern der Lüdernalp zu. Notgedrungen mussten die Verfolger, es seien deren über 60 gewesen, hier Halt machen, da die Nacht ihre Schleier zog. Bei Jodel und Gesang wurde das Intermezzo gefeiert, und am folgenden Morgen fand die Jagd ihre Fortsetzung, ob mit definitivem Erfolg, konnte bis zur Stunde nicht ausfindig gemacht werden.
Hoffentlich hat das Ungetüm definitiven Abschied von den Truber Bergen genommen, ansonst es sicherlich beim Wiederkommen zum letztenmal Sau gewesen ist!
Herkunft des Wissens
Familie Jakob, Rämis
Nutzen des Wissens
aktiv / inaktiv



