ES_0166

Die Stadt Paris in Langau

Vorname/Name
Miriam
Jahrgang
1979
PLZ/Ort
3550 Langnau i. E.
Kurzbeschrieb
Das Langnauer Warenhaus «Zur Stadt Paris» (später Nordmann, Manor, heute Chicorée) war ein wahres Einkaufsparadies. CDs, Sportartikel, Süssigkeiten, Chiffon-Tücher, da fand man einfach alles. Unvergessen sind auch der Kopierer auf dem Zwischenboden und die legendären Aktionsdurchsagen von Urs. Eine halb zerrupfte Plüschente erinnert bis heute an den grossartigen Laden.
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Text

Der Name war Programm – im Langnauer Warenhaus «Zur Stadt Paris» (später Nordmann oder Manor, aktuell Chicorée) fand man wirklich alles, was das Herz begehrte. In meinem Fall: CDs, Kleider, Süsskram, bunte Chiffon-Tücher, die wir seinerzeit als Haarbänder trugen oder in unsere Tanzchoreografien einbauten, Radiergummis für die Sammlung und und und… Kürzlich hat mich jemand daran erinnert, dass auf dem Zwischenboden zwischen Parterre und 1. Stock ein Kopiergerät stand. Wie konnte ich den vergessen?

Sehr präsent ist mir das Sous-sol. Allerdings weniger wegen des Sortiments (da gabs Nachthemden, Lingerie und eben, Süssigkeiten), sondern wegen der legendären Durchsagen von Urs (die Menschen, die den Laden noch kennen, werden sich auch an ihn erinnern). Bis heute höre ich seine tiefe Stimme, mit der er unter anderem auf die «Aktion im Strumpfhosenrayon» hinwies.

Gemäss Langnau Guide (https://app.freizeitpfad.ch/Langnau/Station/Bernstrasse-1-3) soll sich «d‘ Stappere» ganz früher mal an der Bernstrasse befunden haben. Und an dem Ort, an den sie dann gezogen ist (Marktstrasse), sei vorher ein «Budiggli» gewesen, wurde mir am Chüechlihus-Sunntig erzählt. Eine Buchbinderei, in der man auch Schreibwaren bekam. Diese Info hab ich von der Tochter des damaligen Ladenbesitzers. Sie ist zur Welt gekommen, als der Zweite Weltkrieg ausgebrochen ist. Ihre Mutter sei noch im Wochenbett gewesen, als ihr Vater an die Grenze gehen musste. Auch viele andere Männer aus der Gegend wurden dorthin beordert, deshalb musste ihre Mutter aus dem Wochenbett aufstehen, um den Laden zu öffnen. Draussen seien die Männer Schlange gestanden – sie brauchten Briefpapier und Bleistifte, um von der Grenze aus Briefe an die Familie schreiben zu können.

Zurück zur «Stadt Paris»: Meine Freundin und ich haben damals oft gleichzeitig die gleichen Dinge gekauft. Beispielsweise diese Plüschente, die es damals in allen Farben und Grössen gab. Ich habe sie immer noch, allerdings ist sie zwischenzeitlich in die Betten meiner Kinder gewandert.

In diesem Artikel (https://www.bernerzeitung.ch/das-stille-ende-im-haus-zur-stadt-paris-297476572343) erfährt man übrigens mehr zum stillen Ende der «Stadt Paris».

Herkunft des Wissens

Eigene (wehmütige) Erinnerungen

Nutzen des Wissens
aktiv / inaktiv

Wenn ich von meiner Kindheit in Langnau erzähle, kommt die Stadt Paris schnell einmal vor.

Bilder

Ein Relikt aus der ehemaligen "Stadt Paris" (damals schon Manor)

U du, weisch no meh?

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