ES_0215
«Prässhebi»
Vorname/Name
Margrith
Jahrgang
1952
PLZ/Ort
3432 Lützelfüh
Kurzbeschrieb
In den 1950er- und 60er-Jahren kaufte man die «Prässhebi», wie Hefe bei uns genannt wurde, im «Stock», einer einfachen Beiz in Schwanden. Der Wirt backte selbst Brot und verkaufte für 20 Rappen ein Stück vom grossen Hefewürfel. Er buk auch Vierpfünder. War das Brot nicht ganz rund, assen die Kinder den «Mürgu», die Ausbuchtung am Brot, heimlich auf dem Heimweg. Die Mutter empfahl die Prässhebi zudem als Hausmittel gegen Pickel. Ein Stück wurde in Wasser aufgelöst und getrunken. Ob es half, blieb ungewiss.
Schlagworte
Teilen
Text
Prässhebi war in unserer Gegend der Name für Hefe und wurde verwendet fürs Brot backen. Wir kauften die «Prässhebi» im «Stock». Der Stock war eine einfache Beiz in Schwanden. Der Wirt hat auch Brot gebacken, deshalb konnte man dort «Präshebi» kaufen. Von einem grossen Würfel wurden für 20 Rp. ein Stück in Form eines Würfels abgehauen (50-iger/60-iger Jahre).
Der Beizer hat auch 4-Pfünder gebacken. Wenn das Brot nicht rund gebacken war, ist der «Mürgu» / die Ausbuchtung auf dem langen Weg nach Hause von den Kindern gegessen worden, obwohl wir das eigentlich nicht durften.
«Prässhebi» war auch Aknevorbeugung für Teenager. Sie wurde von Pubertierenden vorbeugend gegen Bibeli (Pickel) eingesetzt und wurde gegessen. Dafür wurde ein Stück im Wasser aufgelöst.
Vielleicht hat es genützt, ich kann nicht sagen ob es so war. Ich hatte keine Bibeli, meine Schwester schon, sie hat die «Präshebi» verwendet. Die Mutter hat uns das beigebracht.
Herkunft des Wissens
Meine Mutter hat mir das beigebracht.
Nutzen des Wissens
aktiv / inaktiv






