
ES_0001
Blasmusik in Langnau
Vorname/Name
Heinz
Jahrgang
1950
PLZ/Ort
3550 Langnau i. E.
Kurzbeschrieb
Von Schulfesten und Arbeiterbewegung bis zum Klang des Kriegsendes: Die Blasmusik in Langnau spiegelt über 150 Jahre Dorf- und Zeitgeschichte. Geprägt von engagierten Musikanten, starken Dirigenten und einer erfolgreichen Jugendmusik, erlebte sie Höhen, Krisen und Wandel – bis zur Fusion mit Trubschachen im Jahr 2006.
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Text
Wann in Langnau eine erste Blasmusik-Gesellschaft gegründet wurde, ist nicht genau bekannt. Die Anfänge blasmusikalischer Tätigkeit gehen jedoch weit zurück, so hatten jedes Jahr Blasmusikanten beim traditionellen Schulfest mitgewirkt. Alte Partituren tragen die Jahrzahlen 1859 und 1860. In diese Zeit fiel das Wirken der «Liechti-Musik». Fördernd wirkte dabei, dass ein Christian Mauerhofer in Trubschachen Blasinstrumente baute. Um 1867 entstand die «Moser-Musik». Die damalige Zeit war turbulent, im noch jungen Bundesstaat gab es oft hitzige Diskussionen. So verschwand auch die «Moser-Musik» bald, es folgte die «Grütli-Musik», der Arbeiterbewegung entstammend. 1878 folgte die Gründung der Militärmusik Langnau, mit Musik zum Vorbild, wie sie in Armeespielen praktiziert wurde. In den ersten Jahren gab es rege Wechsel in der Vereinsleitung. 1881 wurde erstmals ein Berufsmusiker zum Direktor gewählt, er erhielt als Besoldung monatlich12 Franken. Nach mehreren Krisenjahren kehrte mit der Dirigentenwahl von Fritz Gerber Ruhe in den Verein ein. 1910 wandelte sich die MML von der Blech- zur Harmoniemusik, es kamen Holzblasinstrumente dazu. 42 Jahre leitete Fritz Gerber die MML. Nach seinem unerwarteten Tod übernahm sein Sohn, Zahnarzt in Langnau, die Leitung. Der Verein unternahm öfters Reisen, so ins Tessin zum einstigen Vereinskameraden Ettore Grassi. Während des Zweiten Weltkrieges strengte sich die MML an, bei Festlichkeiten mitzumachen. Eine Bläsergruppe des Vereins verkündete am 8.Mai 1945 vom Dorfberg mit ihren Klängen das Ende des schrecklichen Krieges.
Mangelnder Vereinsnachwuchs führte zum Bestreben, eine Jugendmusik zu gründen. 1957 entstand die Kadettenmusik. Die grosse Initiative des langjährigen Leiters Max Reber aus Trubschachen führte diese bald zu grossem Erfolg. Ende der Sechzigerjahre begannen auch junge Frauen in der Blasmusik Fuss zu fassen, trotzdem blieb genügend Nachwuchs rar. Erst mit Hans Peter Schenk als Dirigent, Leiter der Kadettenmusik und der Musikschule, kam es nochmals zur Blüte des Vereins. Danach wurden die Mitlieder immer weniger, was 2006 zur Fusion der MML mit der MG Trubschachen zum Musikverein Langnau-Trubschachen führte.
Die grosse Trommel ist neben den Blasinstrumenten fester Bestandteil der Blasmusik.
Herkunft des Wissens
Allgemeines Interesse für Musik aller Sparten, Geschichte; Musikunterricht als Lehrer
Nutzen des Wissens
aktiv / inaktiv
Über 50 Jahre Mitwirkung in Blasmusik, Orchester, rund 10 Jahre Langnauer Blechbläserquartett











Die Pauke auf dem Bild gehörte dem Geb Inf Bat 40. Das Emmentaler Gebirgsinfanterie Bataillon 40, im Volksmund kurz «Geb Bat 40» genannt, rekrutierte sich aus den wehrfähigen Männern der Gemeinden des ehemaligen Amtsbezirks Signau und der Gemeinde Lützelflüh, die damals zum Amtsbezirk Trachselwald gehörte. Die auf dem Denkmalsockel verewigten Soldaten, waren mehrheitlich Angehörige dieses Bataillons. Das Bataillon 40 war eine der allerersten Einheiten der Schweizer Armee, vielleicht die Erste, die eine komplette Blechblasmusikkapelle mit einer Pauke hatte. (Quelle: OG Langnau, Chronik 100 Jahre Offiziersgesellschaft, Soldatendenkmal Kirche Langnau, Brief Christian Berger, Bärau, 6. Mai 1969)