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Stausee Schangnau

Vorname/Name
Heinz Wittwer
Jahrgang
1950
PLZ/Ort
3550 Langnau
Kurzbeschrieb
Um 1900 entstand die Idee eines Stausees im Schangnau zur Regulierung der Emme und zur Stromerzeugung. Geplant waren eine grosse Staumauer, ein See und ein Kraftwerk bei Eggiwil. Trotz Konzession und regionaler Unterstützung scheiterte das Projekt an hohen Kosten, fehlenden finanziellen Mitteln und dem Ausbruch des Ersten Weltkriegs. Es wurde nie verwirklicht.
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Text

• Bereits um 1900 hatten die Gebrüder Sänger, Leinenweberei Langnau, die Idee, im Schangnau einen Stausee zu errichten.
• Rund 9 Jahre später wurde die Idee wieder aufgegriffen. Ein Ingenieurbüro aus Zürich zeichnete im Auftrag der Genossenschaft Stau- & Kraftwerke Emmental Pläne, welche zwar Ideen der Gebrüder Sänger aufnahmen, diese aber stark erweiterten.
• Das Projekt eines Stausees im Schangnau ging in erster Linie darauf aus, den sehr unregelmässigen Abfluss der Emme künstlich zu regeln. Daran interessiert waren vor allem die zahlreichen Betreiber von Wasserwerken am Lauf der Emme.
• Der Genossenschaft gehörten unter anderen die Von-Roll-Eisenwerke Gerlafingen an, wie auch die Emmental-Bahn, die Papierfabriken von Utzenstorf und Biberist und die Giesserei Zolliger in Oberburg.
• Die Emme sollte am Eingang zum Räbloch zu einem See von 34 Millionen Kubikmeter Inhalt gestaut werden. Es sollte eine 70 Meter hohe und rund 150 Meter breite Staumauer gebaut werden. Der Seespiegel wäre auf rund 900m/M zu liegen gekommen.
• Vom Stauwerk aus war entlang dem Emmeufer ein Stollen geplant, der das Wasser zu einem Kraftwerk im Sorbach bei Eggiwil leiten sollte.
• Anfänglich erhob sich im Schangnau eine grosse Opposition (über 20 Familien hätten ihren Hof verloren), die sich jedoch langsam legte.
• Nach den Plänen der Genossenschaft waren drei Baustufen vorgesehen, die Gesamtkosten waren mit 15 Millionen Franken veranschlagt.
• Als der Bundesrat 1911 die Konzession erteilte sei, so der Bericht der Genossenschaft, die Mehrheit der Schangnauer, besonders die Gemeindebehörden, für den Bau des Stausees gewesen. Die Einheimischen hätten als Arbeitskräfte bevorzugt und die Käserei in Schangnau gratis mit Strom versorgt werden sollen.
• Verschiedene Abklärungen verzögerten die Realisation. Zudem waren vor 1914 die Zinsen sehr hoch. Ehe diese sanken, begann der Erste Weltkrieg, und das Kraftwerk war vorerst kein Thema mehr.
• 1926 verlängerte der Regierungsrat die Konzession. Die Mittel kamen jedoch nicht zusammen, das Projekt wurde nie verwirklicht.

Herkunft des Wissens

Recherchen, Originalkarten & -pläne (archiviert in der Gemeindeverwaltung Schangnau)

Nutzen des Wissens
aktiv / inaktiv

Vortrag Volkshochschule Langnau

Bilder

Karte Stausee Schangnau

Plan Stausee Schangnau

Plan Stausee Schangnau

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