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«Zwo Froue» – Dialektspezifik

Vorname/Name
Wanda Seiler
Jahrgang
1994
PLZ/Ort
8037 Zürich
Kurzbeschrieb
Auf diesem Teller steht «Zwo Froue». Man sagt aber «Zwe Manne» oder «Zwoi Chind» – das Zahlwort passt sich dem grammatischen Geschlecht an, wie es nur noch in wenigen Dialekten der Deutschschweiz der Fall ist. Im Emmental gibt es noch diverse regionale Dialektfärbungen. Der Stolz auf das eigene Berndeutsch nehme ich als ausgeprägt wahr.
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Text

Auf diesem Teller liest du «Zwo Froue». Gleichzeitig sagt man hier aber auch «zwe Manne» oder «zwoi Chind», denn das Zahlenwort passt sich dem grammatikalischen Geschlecht an. In Zürich, wo ich herkomme, sagen wir hingegen schlicht «zwei Fraue, zwei Manne, zwei Chind». Bis in die 1950er-Jahre war diese Deklination noch in den meisten Dialekten der Schweiz anzutreffen; heute findet man sie nur noch in wenigen Regionen – unter anderem hier.

Mir fällt auf, wie viele dialektale Besonderheiten es gibt, die ich von Bekannten aus der Stadt Bern so nicht kenne. So wird etwa «ei» zu «ii», wie in «es schneiet» zu «es schniit», oder «ou» zu «uu», wie «dr Boum» zu «dr Buum». Dabei beobachte ich einen Unterschied zwischen den Generationen: Jüngere sprechen oft weniger regional gefärbt als Ältere, Menschen aus Langnau weniger als jene aus den «Chrachen».  Diese Beobachtung passt zur Feststellung in einem Beitrag aus SRF, dass sich die Vielfalt im Berndeutschen in den letzten Jahrzehnten zunehmend dem Dialekt der Stadt angenähert hat.

Und doch: Hier im Emmental erlebe ich einen ausgeprägten Stolz auf den eigenen Dialekt von Jung bis Alt. Dies zeigt sich etwa in der reichen Mundartliteratur oder im Fakt, dass wenn möglich, Mundart bevorzugt wird, wie hier auf dem Teller typisch für die Hafnersprüche. Die Kehrseite des regionalen Dialektstolzes: Mein Zürcher Dialekt bleibt dabei selten unkommentiert 🙂

Herkunft des Wissens

Als Auswärtige habe ich ich das während meiner Anstellung im Emmental die letzten Jahre selbst beobachtet.

Nutzen des Wissens
aktiv / inaktiv

Der Dialekt einer Person gibt mir Aufschluss darüber, ob diese wohl schon lange im Emmental lebt.

Bilder

Die Karte zeigt die Lautverschiebung von 1950 bis heute. Im Emmental zeigt sich eine schraffierte Fläche: Gewisse habe sich dem Dialekt des Mittellandes angepasst, andere (noch) nicht. Quelle: Dialektatalas (SRF)

Bei der Arbeit am Märit im Gespräch mit den verschiedensten Menschen ist mein Dialekt am meisten kommentiert worden 🙂 Foto: Res Reber, 2025.

Video

U du, weisch no meh?

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